Von kaputten Bohrmaschinen und platten Fahrradreifen - Hilfe zur Selbsthilfe

Das Zahlen für Plastiktüten, das Verbot von Plastikstrohhalmen, eine mögliche CO2-Steuer - die Diskussion über Klimaschutz und Nachhaltigkeit ist längst in unserem Alltag angekommen.Für viele ist auch der Boykott der Wegwerfgesellschaft ein wichtiger ein wichtiger Beitrag zu einem nachhaltigen Lebensstil. Doch was tun, wenn plötzlich die Bohrmaschine nicht mehr funktioniert?

Muss man wirklich eine neue kaufen? Unser Sport- und Englischlehrer Martin Hundrup sagte: "Nein!", und er sollte Recht behalten, als er zum ersten Mal das Repair-Café in Siegburg besuchte, das als Inspiration für das Repair-Café an unserer Schule dient.

Nach zwei Informations- und Organisationstreffen mit nicht weniger als 30 Interessenten startete die Initiative am Freitag, den 13. September, mit freundlicher Hilfe von Julia Oberdörster, der Mitinitiatorin des Repair-Cafés Siegburg, und dessen Reparaturteam, in die erste Runde. Schüler, Lehrer und Eltern erschienen gleichermaßen zahlreich, um das Angebot zu nutzen oder das Café anderweitig zu unterstützen. Innerhalb kürzester Zeit lief der Betrieb auf Hochtouren und überall wurde fleißig repariert und Wissen weitergegeben, denn die Idee eines Repair-Cafés ist es nicht eine kostenlose Werkstatt anzubieten, sondern in einer angenehmen Atmosphäre Hilfe zur Selbsthilfe zu bieten. Früher reparierte man das allermeiste selbst und schätzte den Wert seiner Habseligkeiten, doch heute ist mit diesem Bewusstsein auch ein Großteil des früheren Know-hows verloren gegangen. Im Rahmen des Repair-Cafés wird zumindest ein Teil dieses Könnens weitergegeben - meist von Generation zu Generation. Ein Vater, dessen Sohn Schüler des HBGs ist, und der hier half Fahrräder zu reparieren, freute sich sehr über die Möglichkeit nicht nur seinem eigenen Kind, sondern auch anderen Spaß am Reparieren und Selbermachen zu vermitteln.

Doch nicht nur bei den Erwachsenen, sondern auch bei den Schülern kam das Angebot hervorragend an. Fahrräder führten die Liste der zu reparierenden Gegenstände zwar haushoch an, aber auch Boom- und Bluetoothboxen waren oft zu sehen - und ihre Eigentümer waren Schüler jeder Stufe, die das Repair-Café stets mit einem Lächeln verließen. Aussagen wie: "Ey, der Service hier ist nice und alle hier sind nett - praktisch, dass es sowas gibt.", waren deswegen keine Ausnahme. Abgesehen vom Aspekt der Nachhaltigkeit ist es ist es vielen außerdem wichtig, dass das Angebot kostenlos ist, da es auf ehrenamtlicher Tätigkeit beruht. Die Kosten spielen zwar bei einmaligen Reparaturen für viele eine eher kleinere Rolle, doch was ist, wenn regelmäßig Reparaturen anfallen? Etwa beim Mountainbiking? Diesem Problem mussten sich zwei Schüler der fünften und achten Klasse stellen, deren Eltern sonst häufig diese Aufgaben übernehmen, aber eben nicht immer Zeit dazu haben. Sie haben den Wunsch geäußert, es selbst zu erlernen und möchten daher unbedingt wiederkehren, da sie eigenen Angaben zufolge zwar schon etwas gelernt hätten, die ganze Reparatur aber durchaus kompliziert sei. Das Reparieren begeistert also Klein und Groß, und solange der Wille da ist, kann es wirklich jeder lernen.

Wenn die Reparatur nach spätestens einer Stunde vorbei war, zeigten sich alle Befragten zuversichtlich, dass sie das Café erneut besuchen und möglicherweise selbst einmal in die Rolle eines Reparateurs schlüpfen würden. Um im Repair-Café bei Reparaturen zu helfen braucht man also nur an Technik interessiert zu sein und keine speziellen Qualifikationen vorzuweisen. Um die Arbeitsplätze in den professionellen Werkstätten muss man sich daher keine Sorgen machen, ganz im Gegenteil: man würde wahrscheinlich dorthin verwiesen werden, sollte die Reparatur im Repair-Café nicht gelingen, da die Profis einfach "mehr Mittel und daher kaum Grenzen" haben, wie es ein Reparateur ausdrückte.

Wenn eine solche Initiative derart durch die Decke geht, zieht das natürlich auch viel Aufmerksamkeit auf sich. Deswegen ist es kein Wunder, dass nicht nur der Umweltbeauftragte unserer Schule, Herr Hundrup, der mittlerweile frisch wiedergewählte Schülersprecher Albin Jakupi, und der Schulleiter Herr Last, sondern auch ein Journalist einer lokalen Zeitung anwesend waren. Abschließend ist es wohl nicht zu viel gesagt, dass dem Heinrich-Böll-Gymnasium Troisdorf der Klimaschutz sehr am Herzen liegt und sowohl die Schülerschaft, als auch das Lehrerkollegium aktiv etwas unternehmen wollen, anstatt immer nur darüber zu reden, wie es leider oft auf höheren Ebenen der Fall ist. Wenn auch ihr aktiv handeln möchtet, dann besucht gerne wieder unser Repair-Café oder meldet euch unter

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Geschrieben von Hannah Mauritz (Q1) für unsere Schülerzeitung SMS

 

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